AK Polizei Nordwürttemberg
 

Presse
26.03.2018, 08:17 Uhr | Übersicht | Drucken
Pflicht zur humanitären Hilfe im Widerspruch zur inneren Sicherheit?
Wolfgang Bosbach auf Einladung des CDU Arbeitskreis Polizei Rems Murr und dem örtlichen CDU-Stadtverband in Schorndorf


Eine gut gefüllte Halle mit ca. 300 Zuhörern und dies unter der Woche um 17 Uhr – offensichtlich hatte das Thema „Pflicht zur humanitären Hilfe im Widerspruch zur inneren Sicherheit?“ den Nerv der Bevölkerung getroffen. Als Sprecher eingeladen waren Wolfgang Bosbach, ehemaliger Innenpolitiker der CDU und Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation World Vision Deutschland.


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Podium
Und so konnten die interessierten Zuhörer einen Wolfgang Bosbach erleben, der nicht nur am Höhepunkt der Flüchtlingskriese im Jahr 2015 mahnend den Finger in die Wunden legte, zu einem Zeitpunkt als als die Zuwanderung noch fast unkontrolliert nach Deutschland möglich war und niemand wusste, wer sich bei uns im Land aufhält. Nein, Bosbach ist offensichtlich nicht nur Mahner sondern auch selber Helfer. Er und seine Frau im Besonderen haben sich ebenfalls um Flüchtlinge aus Syrien gekümmert. Denn ohne das Ehrenamt – dies steht für Bosbach fest – hätte die Flüchtlingskriese nicht bewältigt werden können. Zudem stellte Bosbach klar: „Flüchtlinge, etwa aus Syrien oder dem Irak machen uns keinen Kummer“. Aber Bosbach ist es wichtig, die Dinge beim Namen zu nennen. Bei Flüchtlingen aus Ländern, mit einer sehr geringen Anerkennungsquote aus den Balkanstaaten oder vielen nordafrikanischen Ländern sei die kriminalitätsrate hoch – ebenso bei Banden aus Rumänien und den Ostblockstaaten. „Es ist wichtig, dass wir wissen, wer sich bei uns aufhält“, so Bosbach. Zudem bekam der ehemalige Innenpolitiker für seine Integrationsformel, die einfach zu merken ist, viel Applaus. „Wer bei uns leben möchte, muss sich an unsere Hausordnung halten“. Warum wir uns in Deutschland so schwer damit tun, diese genannten Dinge anzusprechen, kann sich Bosbach nicht erklären, „denn 80 % der Bevölkerung würden dies ebenso sehen“. Ein Rezept für die Verhinderung der Flüchtlingsströme hatte auch Bosbach nicht. Da inzwischen jeder ein Smartphone habe, gäbe es auch in der letzten Hütte die Möglichkeit, sich anzusehen, wie wir im Westen leben, was natürlich auch Begehrlichkeiten wecke. Fluchtursachen in der Heimat der Flüchtlinge bekämpfen, dies sei eine wirksame Methode. Diese Einschätzung teilte sich Wolfgang Bosbach mit Christoph Waffenschmidt. Waffenschmidt sagte bezüglich der Flüchtlingskriese, „2015 wird in der Retrospektive als ein Jahr der einschneidenden kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen wahrgenommen werden.“ Deutschland habe zwar vergleichsweise viele Flüchtlinge aufgenommen und die Kanzlerin werde immer mit dem Satz „Wir schaffen das“ in Verbindung gebracht. Aber welches Land, wenn nicht Deutschland, sollte diese Anstrengung sonst meistern können?“ Zudem zeigte Waffenschmidt Relationen auf, die wir uns in Deutschland nicht vorstellen können. So hat der Libanon mit seinen 4 Millionen Einwohnern etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Es sei falsch anzunehmen, dass dies ja einfach gewesen sei, da sprachliche und kulturelle Gleichheit herrschen würde. Es wären absolut unterschiedliche Sprachen und die Kraftanstrengungen für den Libanon wären immens gewesen und konnten nur unter ächzen und stöhnen bewältigt werden. Es wäre jedoch unsere „verdammte Pflicht, Menschen, die durch die Hölle gegangen sind, zu helfen.“ Abschließend ermutigte Waffenschmidt die Zuhörer, Afrika auch als Chance zu begreifen. „In 15 Jahren werden wir Afrika an manchen Orten nicht mehr wiedererkennen“. Auch in Afrika gäbe es gut gebildete Menschen und mancherorts auch eine funktionierende Mittelschicht, die nach denselben Konsumgütern streben würden, wie die Menschen hier. Waffenschmidt ist sich sicher, „gerade von den Frauen aus Afrika werden wir noch vieles positives in der nahen Zukunft hören“. Der Moderator der Runde, Peter Schwarz von der Waiblinger Kreiszeitung, beendete dann auch die Diskussion, die von ihm souverän geleitet wurde und bei der es auch nie Ziel war, abschließende Antworten auf die Eingangsfrage zu bekommen. Der CDU Arbeitskreis Polizei Rems-Murr, der in Kooperation mit der CDU in Schorndorf Ausrichter der Veranstaltung war, freute sich auf jeden Fall über die lebendige Podiumsdiskussion. „Es ist immer eine Freude, wenn man Wolfgang Bosbach zuhören darf und ein absoluter Verlust für die CDU, ihn als Politiker zu verlieren“, so Christian Gehring, Vorsitzender des Rems-Murr Arbeitskreises. Die Veranstalter zeigten sich dankbar, für die durchweg positiven Resonanzen aus der Zuhörerschaft und waren selber überrascht von den vielen Anmeldungen zur Veranstaltung. So musste kurzfristig ein größerer Veranstaltungssaal angemietet werden. Abschließend bleibt der Dank an den Arbeitskreis Polizei der CDU auf Landesebene, ohne dessen finanzielle Unterstützung die Veranstaltung niemals hätte gestemmt werden können.

Zusatzinformationen zum Download
foto_veranstalter_gaeste.pdf
 

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